Dienstag, 4. August 2015

Bücher im Überfluß - Nur: wohin damit?


Liebe BoXXerInnen,

manche Menschen verbringen ihr Leben ganz ohne Bücher, was die Mühe des Lesens und Verstehens erspart. Gesangbuch, die Bibel (beides ererbt) und vielleicht noch ein abgegriffenes Familienkochbuch - möglichst mit zahlreichen fliegenden Einlegeblättern -  bilden den Bildungsstand eines Haushalts auch heute noch, so ziemlich allumfassend, ab. "Bildungsferne Schichten" wäre die treffende Zustandsbeschreibung für eine solche Misere - betrachtet durch die Brille der Soziologie. - Übrigens: Diese Mitmenschen leben auch, nur eben - anders! Und wundern sich dabei dann allerdings oft, dass andere auf der gesellschaftlichen Überholspur an Ihnen vorbei ziehen.

Ihnen "könnte" ein Licht aufgehen. Das Sinnbild hierfür ist eine, besser 3 -weil eindrücklicher- Berliner Strassenlaternen, welche in atypischer Weise, am hellen Tag leuchten.

Eines der so genannten "niedrigschwelligen Leseangebote", welche sich langsam von der Bundeshauptstadt über die Republik und darüber hinaus viral verbreiten, ist die sogenannte "Berliner BücherBoXX". Hier kann man ausgewählte Exemplare weggeben und einstellen. - Diese dürfen dann, ohne jede Umstände, von jederfrau und jedermann mitgenommen und auch gelesen(!) werden. Mancherorts ist die BücherBoXX auch Teil des bookcrossing Systems gworden, was für zusätzliches Interesse und Bekanntheit sorgt.

Das Experiment in Berlin läuft nun schon über 4 Jahre - und das mit deutlichem Erfolg. Und der ist bereits  so groß, dass das BücherboXX - Projekt mittlerweile Einzug auf die website der Bundesregierung gehalten hat. - Auch die Stadt Berlin hat den ideellen Wert dieser Idee erkannt und stellt aktuell eigene "Bücherzellen" auf, da der Name BücherBoXX geschützt wurde.

Es bleibt, zumindest für Berlin, festzuhalten, dass es ein Überangebot an wanderfreudigen Büchern gibt. Die BücherBoXX ist damit durchschnittlich sehr sehr gut bestückt. Ihre Zukunft -mengentechnisch gesehen- scheint auf absehbare Zeit gesichert.

Was kann der gemeine Regalausmister also tun? Welche Optionen ergeben sich noch?

Hier eine weitere Auswahl seine Bücher loszuwerden. Wobei überhaupt keine Sorge besteht, dass die BücherBoXX zu kurz kommen wird:

http://www.lesen.net/buecher-verkaufen/

.

Weitere Anbieter sind u.a. Flip4New, buchmaxe.de, Sellorado oder regalfrei.de
Diese können im Einzelfall durchaus auch lohnenswert sein.Wer weitere derartige Optionen kennt, ist aufgefordert, diese im Kommentar zu verbreiten. Danke schön!






voll cool - Bundesregierung.de feat. BücherBoXX





Liebe BoXXerInnen,

wow - das ist schon eine grosse Überraschung für alle KümmererInnen und Kümmerer, das persönliche, ehrenamtliche Engagement so plötzlich seit einigen Tagen erst im offiziellen Webangebot der eigenen Regierung erwähnt zu finden.







Respekt Herr Kutt! Sie haben's drauf und gehen das wirklich ganz cool an. So wird die BücherBoXX zum Gesprächsthema und beginnt Fuß zu fassen. In Berlin, in Deutschland und, ganz wichtig, im Austausch mit ganz Europa. Frankreich ist da schon ganz weit. 

Hier der komplette Text zum Nachlesen. Quelle: Newsletter der Bundesregierung.

Mit gutem Beispiel voran

Bücherrecycling der besonderen Art

Die öffentliche Straßenbibliothek, genannt BücherboXX, ist ein Projekt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur in Berlin. Jugendliche in der Berufsausbildung organisieren den Aus- und Umbau alter Telefonzellen und machen diese zum Leseort.


Herr Konrad Kutt im Gespräch mit Frau Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration an einer der 17 Berliner BücherBoXXen
 

Foto: Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK), Berlin

Gelbe Telefonzellen sind aus den Städten weitgehend verschwunden. Es sei denn, sie sind zur BücherboXX geworden. Einer Miniaturbibliothek, in der jeder Bücher einstellen und/oder herausnehmen kann – ohne Leihschein, ohne Einschränkung.  

Die Idee dazu hatte das Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur 2010 in Berlin. Jugendliche in der Berufsausbildung organisieren seitdem den Aus- und Umbau alter Telefonzellen und machen diese zum Leseort. Sie setzen damit Teile ihrer Ausbildung in die Praxis um, von der Beschaffung bis zur Aufstellung und Betreuung der  „Bücherzellen“.

Das Projekt BücherboXX wurde zweimal als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“ ausgezeichnet, zweimal auch als WerkstattN-Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Hinzu kamen weitere Preise und Wettbewerbsauszeichnungen.

Im Gespräch erläutert Konrad Kutt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur in Berlin, was genau dahinter steckt:



Herr Kutt, Sie haben das Projekt maßgeblich entwickelt, welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht und wie geht es weiter?

Die insgesamt jetzt 16 BücherboXXen in den verschiedenen Stadtteilen von Berlin werden sehr gut angenommen. Dort, wo sie steht, ob in Schulen oder auf Straßen und Plätzen, weckt die BücherboXX Neugier und die Bereitschaft, sich von einem  gefundenen Zufalls-Buch überraschen zu lassen. Gleichzeitig trennt man sich auch gerne von einem guten Buch und stellt es in die BücherboXX, weil es neue Leser findet. Die am Aus- und Umbau beteiligten Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe sehen darin eine echte Herausforderung. Außerdem führt  es für alle Beteiligten zu mehr Verständnis für den mitunter schwer zugänglichen Lebensstil der „nachhaltigen Entwicklung“.

Zurzeit setzen wir bei der Weiterentwicklung auf eine verstärkte Kooperation mit Frankreich, auf eine stärkere Einbindung von Ausbildungsbetrieben und allgemeinbildenden Schulen sowie insgesamt auf eine Förderung des Lesens.



Das Tauschen und Teilen nimmt immer mehr zu. Gehört die BücherboXX zu diesem Trend?

Wir setzen darauf, dass sich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärker entwickelt. Mehr und mehr kommt dabei eine neue Ökonomie des Teilens zum Vorschein, bei der es um (Mehrfach-)Nutzen statt Haben geht, um Langlebigkeit, Zukunftsfähigkeit und Ressourceneffizienz. Diese Ökonomie zeigt die Grenzen eines unreflektierten Wachstums auf, zumal wenn dieses durch den Einbau von Kaputtmachern, Werbung und Suchtmitteln manipuliert wird. Aufklärerisch wirken kann allein ein Wachstum des Lesens, ein Wachstum des Wissens um die Dinge.



Die Straßenbibliothek lebt vom zivilgesellschaftlichen Engagement der
Anwohner. Ist die Bereitschaft dafür vorhanden?

Wir machen auch in dieser Hinsicht gute Erfahrungen. Die Straßenbibliothek ermöglicht einen kostenlosen Zugang zu Büchern für alle und wird damit zu einem Gemeingut. Viele Bürger sind bereit, sich dafür zu engagieren, es zu pflegen und zu erhalten.



Thematisch sind die Buchinhalte weit gefächert. Was wird in den BücherboXXen am meisten nachgefragt?

Das richtet sich ganz nach den Interessen der nutzenden Leser und was hereinkommt und wieder herausgeht. Alles ist dabei: vom Kochbuch bis zu Belletristik, vom Reisebuch bis zum Krimi, vom Jugendbuch bis zur Biographie berühmter Personen. Dort, wo viele Kinder wohnen, werden natürlich Kinder- und Jugendbücher gelesen.



Rund um die BücherboXX haben sich inzwischen auch Gespräche und Diskussionen etabliert. Worüber sprechen die Menschen?

An einigen BücherboXXen gibt es Betreuergruppen, die sich regelmäßig treffen. Rund um die Box ergeben sich spontane Gespräche. Vor allem aber werden Lesungen und Diskussionen vielfältiger Art organisiert. In Schulen werden rund um die BücherboXX Literaturtage organisiert. An der BücherboXX am Berliner Mahnmal „Gleis 17“ haben wir inzwischen mehr als zehn Lesungen zu den Themen Jüdisches Leben, Nationalsozialismus, Rassismus, Euthanasie usw. mit großer Resonanz durchgeführt.



Das BücherboXX-Motto „Bring ein Buch – nimm ein Buch – lies ein Buch“  zeigt, dass letztlich zum Lesen motiviert werden soll. Kann man damit im digitalen Zeitalter überhaupt noch punkten?

Wir geben da nicht auf. Lesen ist ein Königsweg zur Identitätsfindung. Artur Schopenhauer hat gesagt: „Lesen ist Denken mit fremden Gehirnen“, um das eigene Gehirn zu entdecken und seinen Möglichkeiten gerecht zu werden. Die digitalen Medien mit den sozialen Netzen einschließlich Fernsehen betreiben häufig Diebstahl von Zeit, die dem Lesen verlorengeht. Das E-Book hingegen betrachten wir eher als eine Ergänzung, nicht als Ersetzung des Buches, dessen haptisches Umblättern viele nicht missen möchten.



Welche Erfahrungen gibt es in der Zusammenarbeit mit Frankreich und haben die Franzosen auch schon die BücherboXX entdeckt?

Seit dem 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages im Jahre 2013 gibt es einen regen Austausch mit Frankreich in Sachen BücherboXX. Wechselseitig und kooperativ werden deutsche und französische Telefonkabinen ausgebaut. Nur hat man noch nicht den Mut, die BibliboXX, wie man in Frankreich die BücherboXX nennt, zur allgemeinen Nutzung auf die Straße zu stellen. Gerade erst im Mai 2015 wurde eine exklusive Konstruktion auf dem Gelände von INSEP, dem nationalen Sportinstitut für Frankreich, eingeweiht. Eine ehemals französische Telefonkabine steht vor dem Centre Français de Berlin.



Donnerstag, 2. Juli 2015



Sonntag, 2. August 2015

Das Bänkli am Plätzli oder: Es muss nicht immer lila Schokolade sein! - Die Alpenbücherbox stellt sich vor.

Liebe BoXXerInnen,

es muss nicht immer lila Schokolade sein. Dass es auch ganz anders geht, das zeigt uns dieser Tage ein tweet von harassli; der Sprache nach wurde aus der Schweiz getwittert.
Vielleicht antwortet Sie ja noch, wo man denn dieses rustikal-schöne Exemplar live bewundern könnte/kann.

Danke schön und: Auf Wiederluage und Gruezi aus Berlin!  :)

update: Vielen Dank an Harassli! Die Spatzen haben es aus der Schweiz getwittert. Harrasli hat uns tatsächlich geantwortet, besser eigentlich: zurückgetwittert. - Das ist toll und eine nette Geste. - Der Ausblick vom "Bänkli am Plätzli" hat diesen blog doch tatsächlich erreicht. Wir wollen diesen schönen Leseort unseren Blog - LeserInnen daher auch nicht vorenthalten. Voilà! Das ist er! Toll, nicht wahr? - Nein, Ihr solltet jetzt nicht alle dorthin fahrn. Wir wollen euch aber auch nicht davon abhalten. - Dieses idyllische Fleckchen Erde des Alten Europa liegt übrigens in Graubünden in der (Ost-) Schweiz, wie bereits vermutet: www.savognin.ch.



Samstag, 1. August 2015

regelmässiges, monatliches KümmererInnen Treffen - diesmal unter freiem Himmel

LiebeBoXXerInnen,

der Wettergott meinte es heute, am ersten Augusttag, durchaus gut mit uns. Deshalb wurde der regelmässige Treff, der übrigens an jedem 1.ten Samstag des Monats stattfindet, kurz entschlossen in das Freie verlagert. 
Normalerweise findet der Treff nämlich im Cafe "CoffeeMeer", direkt gegenüber, statt. Heute mussten die Betreiber desselben leider auf etwa zwanzig Hände, d.h. etwa 100 Finger, und natürlich auch auf den damit verbundenen Umsatz verzichten.

Der Gründervater der Berliner BücherBoXX, Herr Konrad Kutt, kam vorbei und so konnten die wichtigsten Abstimmungsfragen bei schönstem Sommerwetter und bei einer Tasse Kaffee besprochen werden. So wird sich etwa das BücherBoXX - Projekt am 4.9.15 von 16 - 22 Uhr auf dem Inselfest darstellen.

Die Website www.bücherboxx.com befindet sich derzeit in heftigster Überarbeitung, wie wir erfahren konnten. Der inhaltliche Verzug wird dann schnell aufgeholt werden, so dass alle Welt die zwischenzeitlich erfolgte Projektausdehnung nachvollziehen kann.

Eine neue BücherBoXX steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Sie wird demnächst Ihre "Lehr- und Wanderzeit" nach Lübeck zum dort statt findenden Nachhaltigkeitskongress www.netzwerk21kongress.de antreten.- Dieser Kongress wird 2015 in Kooperation mit dem Ministerium für Energiewen­de, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein ausgerichtet. Er wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, das Umweltbundesamt, die Servicestelle Kommunen in der einen Welt der Engagement Global gGmbH gefördert sowie durch Veolia Deutschland, IHK Schleswig-Holstein, Volks- und Raiffeisenbanken sowie durch Sponsoren und weitere Partner unterstützt.

Mit zahlreichen informellen Gesprächen endete der Austausch nach über 1 1/2 Stunden, bevor sich die Gruppe wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreute.

Freitag, 31. Juli 2015

Rundumblick um die BücherBoXX Mierendorffplatz


Der Kümmerer-Ruf - Boxxstatus per crowdwork durch Twitter mitteilen....

Liebe BoXXerInnen,

als technischer Spielhansel habe ich folgendes überlegt. Wie kann man schneller über den Status der BoXX informieren bzw. informiert werden? Eine Art Kümmerer-Ruf also.

Eine der vielen, also nicht: "die", Lösungen ist eine Kombination aus NFC - TAG (sprich 'täg', nicht 'tag'), Twitter, Smartphone und Internet. Klingt kompliziert - ist es aber nicht wirklich. Etwa 60 % aller near field communication) fähig. Das ist nämlich genau das und, btw. weswegen, was ALDI aktuell als Bezahlsystem versucht und nicht so recht damit weiter kommt, zumindest wenn man der Stiftung Warentest glauben mag.
Etwa 60 % aller neu verkauften Smartphones auf dem deutschen Markt sind NFC fähig.
Wir von der örtlichen BücherBoxx ist da schon wesentlich weiter :)....

Wer also ein NFC - Handy mit Internetverbindung sein Eigen nennt, der berührt damit den gelben TAG (siehe Bild) in einem Abstand von etwa 1-3 cm und es werden dann, wenn der TAG alles gelesen hat, was etwa eine halbe Sekunde dauert, genau 2 1 URL's auf dem Handy angezeigt. Für jeden auf dem Handy installierten Browser erfolgt (bei mir) jeweils eine gesonderte Mitteilung. Die eine verweist auf einen guten Zustand der BoXX und die andere auf ein vorliegendes Problem, um welches sich die Kümmerer kümmern sollten.
Wenn eine Internetverbindung besteht, muss man nur die URL eine der beiden URLs aufrufen. Wir setzen voraus, die jeweils zutreffende. Der Rest erfolgt vollautomatisch.

Die Meldung wird entgegengenommen und dann sofort getwittert auf http://twitter.com/boxxstatus, incl. Datum und Uhrzeit. Das war schon alles. Das Publikum und die Kümmerer werden damit synchron informiert. -

Es gibt keine Fallstricke. Die URL wird auch nicht automatisch aufgerufen, um irgendwelchen komischen Traffic zu verursachen. Die Kontrolle bleibt beim Anwender. Die übertragenen Datenmengen sind minimalst. Keine Werbung.

update: Es gibt nur eine einzige aufrufbare URL, nämlich jene, die einen "guten Zustan" meldet. Aus operativen Gründen ist das aktuell besser.




Sonntag, 26. Juli 2015

Großstädtische blau/gelb Farbenblindheit

 Liebe BoXXerInnen,

nun ja, das ist die blaue Tonne. Die Tonne ist für Altpapier vorgesehen. Dafür wurde sie aufgestellt.


Und das ist die gelbe BücherBoxx. Sie wurde aufgestellt für Bücher mit dem Motto:

Nimm EIN Buch,

bring EIN Buch.

Sie wurde nicht aufgestellt, um eine blaue Tonne zu ersetzen.

Sie wurde nicht aufgestellt, um den Besucher zu erschrecken.

Sie wurde nicht aufgestellt, um Nachlässe billig zu entsorgen.

Sie wurde nicht aufgestellt......die Aufzählung könnte man fortsetzen... doch ersparen wir uns das.