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Dienstag, 4. August 2015

voll cool - Bundesregierung.de feat. BücherBoXX





Liebe BoXXerInnen,

wow - das ist schon eine grosse Überraschung für alle KümmererInnen und Kümmerer, das persönliche, ehrenamtliche Engagement so plötzlich seit einigen Tagen erst im offiziellen Webangebot der eigenen Regierung erwähnt zu finden.







Respekt Herr Kutt! Sie haben's drauf und gehen das wirklich ganz cool an. So wird die BücherBoXX zum Gesprächsthema und beginnt Fuß zu fassen. In Berlin, in Deutschland und, ganz wichtig, im Austausch mit ganz Europa. Frankreich ist da schon ganz weit. 

Hier der komplette Text zum Nachlesen. Quelle: Newsletter der Bundesregierung.

Mit gutem Beispiel voran

Bücherrecycling der besonderen Art

Die öffentliche Straßenbibliothek, genannt BücherboXX, ist ein Projekt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur in Berlin. Jugendliche in der Berufsausbildung organisieren den Aus- und Umbau alter Telefonzellen und machen diese zum Leseort.


Herr Konrad Kutt im Gespräch mit Frau Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration an einer der 17 Berliner BücherBoXXen
 

Foto: Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur (INBAK), Berlin

Gelbe Telefonzellen sind aus den Städten weitgehend verschwunden. Es sei denn, sie sind zur BücherboXX geworden. Einer Miniaturbibliothek, in der jeder Bücher einstellen und/oder herausnehmen kann – ohne Leihschein, ohne Einschränkung.  

Die Idee dazu hatte das Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur 2010 in Berlin. Jugendliche in der Berufsausbildung organisieren seitdem den Aus- und Umbau alter Telefonzellen und machen diese zum Leseort. Sie setzen damit Teile ihrer Ausbildung in die Praxis um, von der Beschaffung bis zur Aufstellung und Betreuung der  „Bücherzellen“.

Das Projekt BücherboXX wurde zweimal als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 – 2014“ ausgezeichnet, zweimal auch als WerkstattN-Projekt des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Hinzu kamen weitere Preise und Wettbewerbsauszeichnungen.

Im Gespräch erläutert Konrad Kutt vom Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur in Berlin, was genau dahinter steckt:



Herr Kutt, Sie haben das Projekt maßgeblich entwickelt, welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht und wie geht es weiter?

Die insgesamt jetzt 16 BücherboXXen in den verschiedenen Stadtteilen von Berlin werden sehr gut angenommen. Dort, wo sie steht, ob in Schulen oder auf Straßen und Plätzen, weckt die BücherboXX Neugier und die Bereitschaft, sich von einem  gefundenen Zufalls-Buch überraschen zu lassen. Gleichzeitig trennt man sich auch gerne von einem guten Buch und stellt es in die BücherboXX, weil es neue Leser findet. Die am Aus- und Umbau beteiligten Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe sehen darin eine echte Herausforderung. Außerdem führt  es für alle Beteiligten zu mehr Verständnis für den mitunter schwer zugänglichen Lebensstil der „nachhaltigen Entwicklung“.

Zurzeit setzen wir bei der Weiterentwicklung auf eine verstärkte Kooperation mit Frankreich, auf eine stärkere Einbindung von Ausbildungsbetrieben und allgemeinbildenden Schulen sowie insgesamt auf eine Förderung des Lesens.



Das Tauschen und Teilen nimmt immer mehr zu. Gehört die BücherboXX zu diesem Trend?

Wir setzen darauf, dass sich das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärker entwickelt. Mehr und mehr kommt dabei eine neue Ökonomie des Teilens zum Vorschein, bei der es um (Mehrfach-)Nutzen statt Haben geht, um Langlebigkeit, Zukunftsfähigkeit und Ressourceneffizienz. Diese Ökonomie zeigt die Grenzen eines unreflektierten Wachstums auf, zumal wenn dieses durch den Einbau von Kaputtmachern, Werbung und Suchtmitteln manipuliert wird. Aufklärerisch wirken kann allein ein Wachstum des Lesens, ein Wachstum des Wissens um die Dinge.



Die Straßenbibliothek lebt vom zivilgesellschaftlichen Engagement der
Anwohner. Ist die Bereitschaft dafür vorhanden?

Wir machen auch in dieser Hinsicht gute Erfahrungen. Die Straßenbibliothek ermöglicht einen kostenlosen Zugang zu Büchern für alle und wird damit zu einem Gemeingut. Viele Bürger sind bereit, sich dafür zu engagieren, es zu pflegen und zu erhalten.



Thematisch sind die Buchinhalte weit gefächert. Was wird in den BücherboXXen am meisten nachgefragt?

Das richtet sich ganz nach den Interessen der nutzenden Leser und was hereinkommt und wieder herausgeht. Alles ist dabei: vom Kochbuch bis zu Belletristik, vom Reisebuch bis zum Krimi, vom Jugendbuch bis zur Biographie berühmter Personen. Dort, wo viele Kinder wohnen, werden natürlich Kinder- und Jugendbücher gelesen.



Rund um die BücherboXX haben sich inzwischen auch Gespräche und Diskussionen etabliert. Worüber sprechen die Menschen?

An einigen BücherboXXen gibt es Betreuergruppen, die sich regelmäßig treffen. Rund um die Box ergeben sich spontane Gespräche. Vor allem aber werden Lesungen und Diskussionen vielfältiger Art organisiert. In Schulen werden rund um die BücherboXX Literaturtage organisiert. An der BücherboXX am Berliner Mahnmal „Gleis 17“ haben wir inzwischen mehr als zehn Lesungen zu den Themen Jüdisches Leben, Nationalsozialismus, Rassismus, Euthanasie usw. mit großer Resonanz durchgeführt.



Das BücherboXX-Motto „Bring ein Buch – nimm ein Buch – lies ein Buch“  zeigt, dass letztlich zum Lesen motiviert werden soll. Kann man damit im digitalen Zeitalter überhaupt noch punkten?

Wir geben da nicht auf. Lesen ist ein Königsweg zur Identitätsfindung. Artur Schopenhauer hat gesagt: „Lesen ist Denken mit fremden Gehirnen“, um das eigene Gehirn zu entdecken und seinen Möglichkeiten gerecht zu werden. Die digitalen Medien mit den sozialen Netzen einschließlich Fernsehen betreiben häufig Diebstahl von Zeit, die dem Lesen verlorengeht. Das E-Book hingegen betrachten wir eher als eine Ergänzung, nicht als Ersetzung des Buches, dessen haptisches Umblättern viele nicht missen möchten.



Welche Erfahrungen gibt es in der Zusammenarbeit mit Frankreich und haben die Franzosen auch schon die BücherboXX entdeckt?

Seit dem 50. Jahrestag des Élysée-Vertrages im Jahre 2013 gibt es einen regen Austausch mit Frankreich in Sachen BücherboXX. Wechselseitig und kooperativ werden deutsche und französische Telefonkabinen ausgebaut. Nur hat man noch nicht den Mut, die BibliboXX, wie man in Frankreich die BücherboXX nennt, zur allgemeinen Nutzung auf die Straße zu stellen. Gerade erst im Mai 2015 wurde eine exklusive Konstruktion auf dem Gelände von INSEP, dem nationalen Sportinstitut für Frankreich, eingeweiht. Eine ehemals französische Telefonkabine steht vor dem Centre Français de Berlin.



Donnerstag, 2. Juli 2015



Samstag, 11. Juli 2015

Kiezspaziergang in Kalowswerder aka Mierendorffinsel aka Mierendorffkiez

Liebe BoXXerInnen,
 

unser aller Freund GoogleMaps ist Kalowswerder, selbstredend, unbekannt - und dennoch fand er dort heute statt. Wer? Der Kiezspaziergang!

Ausser Wikipedia und den Alteinsessigen weiss ja auch niemand auf Anhieb, dass es sich hierbei um ein Eiland mitten in Berlin und direkt an Mitte angrenzend handelt. Heute spricht man im Allgemeinen vom Mierendorffkiez - künftig vielleicht von der Mierendorf -  "Insel".

Luise-berlin.de schreibt dazu folgendes: "Der Name ist von dem Hof Kasow abgeleitet, der bereits 1375 im Landbuch Kaiser Karls IV. (1316-1378) Erwähnung findet. Demnach wurde er von den Nonnen des Spandauer Klosters bewirtschaftet. Im 16. Jahrhundert tauchte auch die Bezeichnung "Kasischer Werder" (1537) auf. Quellen aus dem 18. Jahrhundert bezeichnen das Gebiet als "Kasowschen Werder" (1714), dann auch als "Kalauschen Werder" (1717) und geben es mit einer Größe von 181 Morgen an. Der K. bestand ursprünglich aus Wiesen und Fichtenbuschwerk. Auf einem Stadtplan von Berlin und Charlottenburg mit nächster Umgebung von 1857 ist dann das Gebiet als "Kahls-Werder" verzeichnet. Nach 1900 war K. Gegenstand der Stadtentwicklungsplanung nach Norden (nördliche Spreeseite). Hier entstand ein dicht bebautes, allerdings unvollendetes Stadtviertel, in dem um 1910 meist ärmere Schichten der Bevölkerung lebten. "

Und in der Tat, Kalowswerder ist vollständig von Wasser umgeben. In Analogie zu einem bekannten Gassenhauer kann man dieses grosstädtische Kleinod über 7 Brücken erreichen. Nach einem ersten Überblick und der vorzüglichen Hilfe unserer allwissenden amerikanischen Freunde von GoogleMaps, wären dann, der Vollständigkeit halber noch 2 Eisenbahnbrücken hinzuzurechnen. - Im Belagerungsfall wären also 9 Zugbrücken hochzuziehen.

Vom Autor persönlich abgezählte 215 Personen - zumindest zu Beginn waren es so viele- , sorgten für einen dollen Menschenauflauf. Auch die Grünen waren da, politisch und polizeilich gesehen. Die Organisation war gut, das Wetter freundlich und die Stimmung war friedlich.

Punkt 14:00 Uhr ging es dann los mit Bezirksstadtrat Marc Schulte als Leiter der Grossgruppe. 5.3 km (Gesamtfläche: ca. 1,65 km²) lagen vor der Menschenmenge, jeweils unterteilt in etwa ein dutzend Zwischenstrecken, so dass auch Menschen. weniger gut zu Fuß gut mitkamen, an deren Endpunkte jeweils Informationshäppchen per Lautsprecher verteilt wurden.


Man erfuhr in den kommenden 3 Stunden jede Menge Neues, Unbekanntes über seine unmittelbare Umgebung und es wurde wieder einmal deutlich, wie komplex so ein zentraler großstädtischer Ballungsraum betrachtet werden muss.

Neu für den Autor waren (unter anderem), dass sich ein Bio Hochtechnologie-Park im Norden auf dem aufgelassenen Gelände eines ehemaligen DRK Krankenhauses niedergelassen hat, ebenso wie die Tatsache, dass man einen einstmal geplanten und teil-fertig gestellten U-Bahn Tunnel, ab Jungfernheide Richtung Tegel (TXL), zu Übungszwecken der Berliner Feuerwehr nutzt und dass dieser 1969/70 auch schon mal abgesoffen war. Ausgiebig wurden die Baudaten der Wasserläufe rundum mitgeteilt. - So verging die Zeit wie im Flug - und der Gesundheit hat's auch gut getan.






Und hier die Einladung noch einmal im vollen Wortlaut:

Bezirksstadtrat Marc Schulte vertritt auf dem 163. Kiezspaziergang am Samstag, dem 11.07.2015, Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und wird den Inselrundweg auf der Mierendorff-Insel eröffnen.
Der gesamte Rundweg ist 5,3 km lang, 3,7 km davon werden auf dem Spaziergang abgelaufen. Die Strecke geht immer am Wasser entlang an Industrieanlagen, Kleingärten und neuen Wohnungsbauprojekten vorbei. Unterwegs gibt es viel Spannendes zu sehen. Am nördlichen Teil des Rundweges werden an diesem Tag Betonwände zur Nutzung für freie Graffiti-Kunst eingeweiht, das neu entwickelte Farbkonzept für den Mierendorff-Kiez wird am Charlottenburger Verbindungskanal vorgestellt, Schlusspunkt ist die Bronzegießerei Noack mit dem Skulpturenpark.
Der Spaziergang endet an der Caprivibrücke. 
Wer Lust hat, kann mit Marc Schulte den ganzen Rundweg zu Ende gehen.
Die Strecke verläuft teilweise auf Schotterwegen, auf geeignetes Schuhwerk sollte geachtet werden.
Treffpunkt ist um 14.00 Uhr der Bahnhof Jungfernheide, Ecke Max-Dohrn-Straße / Tegeler Weg.
Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. 

Informationen über die bisherigen Kiezspaziergänge finden Sie im Internet unter

www.kiezspaziergaenge.de.

Pressemitteilung Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf  vom 8.7.2015








Samstag, 6. Juni 2015

Boxenstopp - BoXXPutz - ein notwendiges Übel

Liebe BoXXerInnen,
das Kümmerer - Team der MierendorffBoXX, welches sich stets am 1. Samstag im Monat im Cafe CoffeeMeer (direkt gegenüber der BoXX) trifft, tagte heute in etwas grösserer Runde. Im Anschluß daran erfolgte eine Art "Boxenstop" - das Ergebnis kann sich sehen lassen.

PS: Das solare Problem ist in Arbeit....


Nicht weit von der Schlossbrücke in Charlottenburg, in "bester Lage":


befindet sich die "MierendorffBoXX" - neben dem Mierendorffplatz.
Sie kann die Aussenwelt nun wieder durch sauberes Glas wahrnehmen.


Die BoXX begegnet ihren Besuchern nun wieder auf Augenhöhe :)


Und informiert die Besucher über ihr Anliegen:


Auch der Fussboden wurde von Überflüssigem befreit:



Wie Zinnsoldaten stehen -durchaus interessante- Bücher bereit,
LiteraturMüll wurde grosszügig entsorgt.